
von Dipl.-Psych. Dr. Hans Ulrich Gresch
Meine These lautet: Multiplizität ist die Grundstruktur der menschlichen Psyche. Nur in einer entwickelten, höchstgradig arbeitsteiligen Gesellschaft wird die ursprüngliche Multiplizität durch ein integrales Ich ersetzt. Unter einer Multiplen Persönlichkeitsstörung leiden jene, denen die Entwicklung eines integralen Ichs nicht gelingt bzw. die gewaltsam daran gehindert werden, ein integrales Ich zu entwickeln. Für manchen Menschen mit der Diagnose der Multiplen Persönlichkeitsstörung ist das therapeutische Ziel einer völligen Verschmelzung aller Persönlichkeitsfragmente eine heillose Überforderung.
Die Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) ist eine umstrittene Diagnose. Alle psychiatrischen Diagnosen sind umstritten. Auch die Diagnose Schizophrenie ist umstritten. Manche bestreiten sogar die Existenz der Schizophrenie. Andere die der MPS. Ganz Radikale behaupten sogar, es gäbe generell keine psychischen Störungen. So what?
Mit den Argumenten, die gegen die Existenz der Multiplen Persönlichkeitsstörung vorgebracht werden, könnte man nach entsprechender Modifikation die Existenz jeder anderen psychischen Störung bestreiten. Die MPS ist vor allem aus politischen Gründen umstritten. Es geht
Um das Wesen der sog. Multiplen Persönlichkeitsstörung zu verstehen, müssen wir zwischen einer genuinen ("primitiven") Multiplizität in frühen Stammesgesellschaften und der neuzeitlichen Multiplen Persönlichkeitsstörung unterscheiden. Die Multiplizität in frühen Stammesgesellschaften ist aus meiner Sicht die ursprüngliche Form der Organisation des mentalen Lebens und sie entspricht den Lebens- und Produktionsbedingungen der frühen Stammesgesellschaften. Sie dient, durch Vermeidung oder Reduzierung von Konflikten, dem Überleben der Stämme. ("Nur Stämme können überleben!" sagen heute noch einige Aktivisten der nordamerikanischen "Indianer"-Nationen). Diese ursprüngliche Multiplizität ist das Fundament des Wir-Gefühls, der Stammes-Solidarität und des bedingungslosen Einstehens füreinander.
Die zeitgenössische Multiple Persönlichkeitsstörung ist demgegenüber eine Abweichung von der heute vorherrschenden und normierten Form der Organisation des mentalen Lebens, die auf der Fiktion eines einheitlichen Ichs und eines isolierten Individuums beruht ("Es gibt keine Gesellschaft, es gibt nur Individuen!" war das Credo von Margaret Thatcher).
Der amerikanische Psychologe Julian Jaynes hat sein halbes Forscherleben mit der Frage zugebracht, wie das menschliche Bewusstsein entstanden sei. Er unterstellt, dass die Menschen der frühen Stammesgesellschaften eine bikamerale Psyche gehabt hätten. Die eine Hälfte der Psyche sei für Wahrnehmungen, Erleben und Gefühle zuständig gewesen, die andere Hälfte habe die Kommandos gegeben. Der frühe Mensch habe also Stimmen gehört. Ein zur Reflexion fähiges Bewusstsein habe er nicht besessen. Der Geist dieser frühen Menschen sei mit dem Seelenzustand heutiger Schizophrener vergleichbar gewesen. (1)
Dies klingt durchaus plausibel. Allerdings täuschte sich Jaynes bei der Diagnose. Die Menschen der Frühzeit waren keine Schizophrenen, sondern multiple Persönlichkeiten. Jaynes' Verwechslung ist wohl dadurch zu erklären, dass die Psychiatrie allgemein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Mühe hatte, Schizophrenie und Multiple Persönlichkeitsstörung auseinander zu halten. Das ist erstaunlich, da doch die Multiple Persönlichkeitsstörung bis Ende des 19. Jahrhunderts das Leitsymptom der Psychiatrie war. Man nannte sie damals meist "Hysterie".
Ein Psychoanalytiker der ersten Stunde, Sandor Ferenczi bemerkt hierzu: "Die Forschungen von Charcot, Möbius und Janet machten es offenbar, dass es sich bei diesen Krankheitszuständen um ein sehr lehrreiches Naturexperiment handelte, das uns beweist, dass die menschliche Psyche durchaus nicht jenes einheitliche und unteilbare Etwas ist, wie es das Wort 'Individuum' ahnen lässt, vielmehr ein Bau von höchst komplizierter Struktur...".
Ferenczi bemerkt auch, dass die damals Hysterie genannte Multiple Persönlichkeitsstörung nicht nur im Fokus der psychiatrischen Forschung stand, sondern auch z. B. in der berühmten Salp?tri?re experimentell erzeugt wurde: "Was die Hysterie als Krankheitssymptom produzierte: das Zerfallen der Persönlichkeit in zwei oder mehr Teile, konnte man mittels hypnotischer Experimente auch künstlich herbeiführen." (2)
Zurück zu Jaynes. In "Consciousness and the Voices of the Mind" (1986) demonstriert er schlagend, dass er eigentlich MPS meint, wenn er von Schizophrenie spricht. Hier heißt es nämlich:
"In connection with the personal god, it is possible to suggest that a part of our innate bicameral heritage is the modern phenomenon of the imaginary playmate. According to my own research as well as to other data, it occurs in at least one-third of modern children in the ages of 2 and 5 years, and is believed now to involve very real verbal halluzinations. In the rare cases where the imaginary playmate last beyond the juvenile period, it too grows up with the child and begins telling him or her what to do in times of stress. It is therefore possible that this is how the personal god started in bicameral times, the imaginary playmate growing up with the person in a society of expectancies that constantly encouraged the child to hear voices and to continue to do so". (3)
Diese Passage beweist völlig unmissverständlich, dass Jaynes de facto die Multiple Persönlichkeitsstörung meint, wenn er von Schizophrenie spricht. Zu diesem Missverständnis mag beigetragen haben, dass Stimmenhören bei vielen Menschen automatisch die Diagnose "Schizophrenie" hervorruft, obwohl dieses Symptom gleichermaßen für die Multiple Persönlichkeitsstörung charakteristisch ist. Der exzessive Umgang mit imaginären Spielkameraden in der Kindheit ist übrigens ebenfalls für multiple Persönlichkeiten kennzeichnend.
Die, trotz der Einschätzung Jaynes', gar nicht so seltenen Fälle, in denen die Multiplizität sich ins Erwachsenenalter fortsetzt, werden in unserer Kultur als psychische Störung erfahren. Anders, wie Jaynes zu recht betont, sieht es natürlich in Gesellschaften aus, die Menschen fortwährend zur Multiplizität ermutigen.
Werfen wir noch einen kurzen Blick in das Diagnostisch-statistische Manual (DSM IV), das maßgebliche Diagnose-Schema der zeitgenössischen Psychiatrie. Hier heißt es zur Dissoziativen Identitätsstörung (vormals Multiple Persönlichkeitsstörung): "Die Anwesenheit von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen (jeweils mit einem eigenen, relativ überdauernden Muster der Wahrnehmung von, der Beziehung zur und dem Denken über die Umgebung und das Selbst)."
Zur Schizophrenie demgegenüber wird ausgeführt: Charakteristische Symptome: "(1) Wahn, (2) Halluzinationen, (3) desorganisierte Sprechweise, (4) grob desorganisiertes oder katatones Verhalten, (5) negative Symptome, d. h. schwacher Affekt, Alogie und Willensschwäche."
Zur Verwechslung zwischen MPS und Schizophrenie trägt auch der Umstand bei, dass beide Störungsbilder durch Halluzinationen gekennzeichnet sind. Ansonsten aber sind die Unterschiede größer als die Gemeinsamkeiten und rechtfertigen eine Differentialdiagnose.
Die Frage ist nun, ob es ein reines Wir-Bewusstsein ohne ein Ich-Bewusstsein überhaupt gegen könne. Denn um sich als Bestandteil einer Gruppe (Wir) wahrnehmen zu können, muss man sich ja zunächst als Einzelner begriffen haben. So lautet jedenfalls ein Einwand von Erkenntnistheoretikern. Hier liegt meines Erachtens aber eine Verwechslung vor. Die Kritiker verwechseln ein empirisches Ich-Bewusstsein mit einem logischen Ich, das jeder Erfahrung vorausgeht, das also "a priori" ist im Sinne des Philosophen Kant.
Ein empirisches Ich-Bewusstsein muss ich keineswegs voraussetzen, um das Wir-Bewusstsein der ursprünglichen Multiplizität zu erklären, wohl aber ein logisches, vorempirisches Ich.. Dabei handelt es sich um eine apriorische Einheit der Persönlichkeit, auf deren Grundlage Erfahrungen der Spaltung oder der Einheit möglich sind.
In der Multiplizität hebt sich das apriorische, das "logische" Ich auf, d. h. es wird in der Vielfalt zugleich vernichtet (unsichtbar gemacht) oder bewahrt (nämlich als logische Voraussetzung der Vielfalt (das gemeinsame, unsichtbare und unreflektierte Band, dass der unbewussten Inszenierung der Multiplizität zugrunde liegt). Hier ergänze ich also die kantische Grundlage meines Gedankens durch eine dialektische Wendung im Sinne der Philosophie Hegels.
Eine multiple Persönlichkeit handelt zwar so, als ob mehrere Persönlichkeiten unter einer Schädeldecke hausten, aber die Vielzahl der den einzelnen Pseudopersönlichkeiten entsprechenden Handlungsmuster ist eine sinnvolle, nachvollziehbare "Gesamtantwort" auf die Lebenssituation des Betroffenen, sonst wäre er ja auch überhaupt nicht sozial funktionsfähig. Viele MPS-Personen sind dies aber, manche sogar in anspruchsvollen Berufen. Die Synthese-Leistung des einheitlichen, apriorischen Ichs ist bei diesen Menschen allerdings der Reflexion entzogen.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass eine multiple Persönlichkeit nicht zu diesen entwickelten Ich-Leistungen in der Lage sein sollte, sofern das Entwicklungsniveau der jeweiligen Gesellschaft derartige Kulturleistungen zulässt. Die Leistungsfähigkeit eines Individuums mit einer Multiplen Persönlichkeitssstörung, also mit der pathologischen Form der Multiplizität, mag zwar eingeschränkt sein - multiple Persönlichkeiten müssen aber keineswegs zwangsläufig psychisch krank sein - vor allem dann nicht, wenn die gesellschaftlichen Bedingungen kein "integrales Ich" als Norm setzen.
Multiple Persönlichkeiten verfügen über mehrere "Iche" bzw. Alternativpersönlichkeiten (Alters), die sich hinsichtlich ihrer Einstellungen, ihres Verhaltensrepertoires, ihrer bevorzugten Denkmuster und ihrer Emotionalität deutlich voneinander unterscheiden. In aller Regel differieren die Alters einer multiplen Persönlichkeit hinsichtlich ihres kognitiven Funktionsniveaus. Es gibt neben "erwachsenen" Alters mit voll ausgereiften Ich-Funktionen auch "halbwüchsige" und "kindliche" Alters.
In pathologischen Fällen sind diese "Iche" oder Alters zumindest teilweise durch amnestische Barrieren voneinander getrennt. Und diese Amnesien, die sich in pathologischen Fällen ebenso der Kontrolle durch das jeweils aktive Front-Ich entziehen wie die "Switches" zwischen den Alters, genau diese Amnesien sind der entscheidende Unterschied zwischen einer Multiplen Persönlichkeitsstörung und genuiner Multiplizität.
Genuine Multiplizität bedeutet, dass diese Form der mentalen Organisation vermutlich die ursprüngliche ist. Das "integrale Ich" deute ich als "Entfremdungsphänomen" - und zwar als ein notwendiges, weil es durch die Entwicklung der Wirtschaftsweise erzwungen wurde.
Multiplizität bedingt keineswegs zwangsläufig eine eingeschränkte "Kulturleistungsfähigkeit". Ein multiple organisiertes Persönlichkeitssystem kann im Prinzip alle Kulturleistungen erbringen, die ein integrales Ich unter denselben historischen Bedingungen auch erbringen könnte. Aus diesem Grunde habe ich mich im übrigen auch gegen die Jaynes-These gewehrt, der bikamerale Geist sei irgendwie mit der Schizophrenie verwandt. Anders nämlich als die Multiplizität ist die Schizophrenie immer mit mehr oder weniger starken kognitiven Defiziten und einer Neigung zu charakteristischen Denkfehlern verbunden.
Eine multiple Persönlichkeit hat unter ihren Alters demgegenüber auch solche Fragmentpersönlichkeiten, die das gesamte Spektrum der kognitiven Fähigkeiten des multiplen Persönlichkeitssystems nutzen können. Im übrigen setzt die Multiplizität - egal ob pathologisch oder genuin - ein Steuerungszentrum voraus, das die Multiplizität der "Iche" inszeniert. Dieses Steuerungszentrum ist ko-bewusst mit den jeweils aktiven "Front-Ichen", aber es ist nicht selbstbewusst, sondern inszeniert Multiplizität unter Berücksichtigung von aktuellen Wahrnehmungen auf der Grundlage eines "Skripts".
Nach meinem Modell gibt es in der sehr frühen Menschheitsgeschichte, im Übergangsfeld zwischen Tier und Mensch zunächst kein "Ich" und auch kein "Wir", sondern die noch ungeschiedene Einheit des Rituals. Die durch das Ritual bestimmten Rollen und die damit verbundenen Lautäußerungen können von jedem Stammesmitglied eingenommen werden, und im Vollzug der Rolle erfährt der Einzelne seine Identität mit allen anderen - jenseits jeder Reflexion.Das ursprüngliche Gewahrsein der Identität beruht also auf einem irreflexiven Bewusstsein, ist irreflexives Selbstbewusstsein. Als Potenzial ist das reflexive logische Ich auch in dieser frühen Phase bereits vorhanden, wird aber noch nicht aktiviert.
Das Realitätsmodell der Vor-Menschen ist also die durch das Ritual kognitiv-affektiv strukturierte Welt - denn die rituellen Lautäußerungen sind ja die Proto-Begriffe, die ersten kognitiv-affektiven Schemata, aus denen sich später einmal so etwas wie eine "Psyche" bzw. eine mentale Organisation bilden wird.
Solange sich der Vor-Mensch im Rahmen des Rituals bewegt, besteht für ihn keine Notwendigkeit einer Differenzierung von "Ich" und "Wir". Hier ahne ich einen naheliegenden Einwand: die Körpererfahrung. Verweisen nicht körperliche Erfahrungen (das Knurren des Magens, der Schmerz aufgrund einer Verletzung) auf die Einzigartigkeit und Isolation der eigenen Existenz?
Hier gilt es aber zu bedenken, dass diese ursprünglichen Erfahrungen nicht der Reflexion unterliegen und die mit den entsprechenden Sensationen verbundenen Reaktionen sich automatisch vollziehen. Außerdem können auch die Körpererfahrungen Gegenstand von Ritualen werden; sie erlangen in diesen dann eine Bedeutung, die in die einheitliche Welterfahrung integriert ist.
Dennoch kommt selbst in dieser frühen Phase eine untergründige Differenzierung von Ich und Wir ins Spiel. Diese besteht darin, dass der Einzelne durchaus den Anforderungen des Rituals nicht entsprechen kann, er kann, warum auch immer, aus der Rolle fallen. Dann erlebt er sich eben nicht mehr als identisch mit allen anderen Stammesmitgliedern.
Die prototypische Ich-Erfahrung ist also eine Abweichung. Sie ist eine frühe Form der Devianz. Da die Rituale aber "heilig", nämlich für das Überleben des Stammes lebensnotwendig sind, wird die Devianz bestraft. Das Proto-Ich wird also durch frühe, primitive Abwehrmechanismen ins "Unbewusste" verbannt, und lauert dort auf seine "Chance" zur Wiederkehr des Verdrängten. Diese Chance erhält das Proto-Ich, wenn das Ritual keine befriedigende Antwort auf die Wechselfälle des Lebens darstellt. Sobald der Vor-Mensch zum Menschen wird, aktiviert sich das "logische Ich" als unbewusstes Steuerungszentrum und inszeniert sich in der Wir-Form, als Multiplizität. Später dann, wenn die soziale Differenzierung und wirtschaftliche Arbeitsteilung dazu zwingen, ein integrales Ich auszubilden, degeneriert die ursprüngliche Multiplizität zu einem Krankheits-Phänomen.
Aber als unbewusster Seelengrund, als archaisches Erbe bleibt die Multiplizität weiter bestehen. Daher ist es möglich, Multiple Persönlichkeiten künstlich zu erzeugen und die so erzeugten Alternativpersönlichkeiten für bestimmte Funktionen abzurichten (4). Es handelt sich hier um eine Form der Gehirnwäsche, die u. a. mit Hypnose, Drogen, Elektroschocks, sensorischer Deprivation und anderen Formen der Folter bzw. Erzeugung von extremem Stress operiert. Die Täter arbeiten auf Basis ausgefeilter psychologischer und psychiatrischer Erkenntnisse, die inzwischen vollständig bekannt sind.
Das ko-bewusste Steuerungszentrum pathologischer multipler Persönlichkeiten ist nicht in der Lage, diese Dressur kritisch zu hinterfragen, sich zu weigern, Multiplizität zu inszenieren oder den - von ihm nach den Anweisungen der Täter geschaffenen - Alters mitzuteilen, was Sache ist.
Für Menschen, die einer solchen Bewusstseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung unterzogen wurden, ist das therapeutische Ziel der Verschmelzung aller Persönlichkeitsfragmente eine heillose Überforderung. Da die Multiplizität der ursprüngliche Seelenzustand ist, der uns von der Natur in die Wiege gelegt wird, müssen wir Menschen das "integrale Ich" in einem mühevollen Sozialisationsprozess erst lernen. Dieser Lernprozess erfolgt in einer Prägungsphase während der frühen Kindheit. Wird diese Phase versäumt oder gar durch Bewusstseinskontrolleure absichtlich und brutal gestört, dann ist es später meist unmöglich, die schwierige Aufgabe der Bildung eines integralen Ichs nachzuholen.
Im Gegensatz zur gewaltsam künstlichen erzeugten Multiplizität arbeitet das genuine multiple Persönlichkeitssystem nicht auf Basis von Zwängen, die durch Gehirnwäsche-Methoden erzeugt wurden, sondern auf Grundlage verinnerter kultureller Imperative.
Die Produzenten multipler Persönlichkeiten nutzen eine natürliche Disposition der menschlichen Seele, die schon Julien Jaynes bemerkte. Der ursprüngliche Mensch reflektiert nicht, er gehorcht den Stimmen der Götter. Die Gehirnwäscher versuchen mit Erfolg, sich als Götter in der Seele ihrer Opfer zu etablieren.
Manche meinen, die MPS sei eine Modediagnose. Sie sei vor ein paar Jahren von geldgierigen Psychotherapeuten und durchgeknallten Feministinnen erfunden worden. Das ist falsch. Der älteste Bericht, den ich bei meinen Recherchen zu diesem Problem gefunden habe, stammt aus dem Jahre 1816 (5).
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