König Alkohol ist ein weiser Herrscher. Er kümmert sich auch um die entlegendsten Winkel in seinem Reich. Er weiß, dass die Saat der Rebellion oft an der Peripherie aufgeht.

Es gibt kein Entkommen. Der Mutterleib - eine Provinz in König Alkohols Reich

Eine der Hauptgründe für die Verzögerung der mentalen Entwicklung beim Kinde in der westlichen Welt ist der Alkoholmißbrauch der Mütter. Das vorgeburtliche Bad im Weingeist beeinträchtigt allerdings nicht nur die geistige Entwicklung des betroffenen Fötus.

Die charakteristischen Symptome des Fötalen Alkoholsyndroms (FAS) sind:

  1. prenatale und/oder postnatale Wachstumsverzögerung;
  2. zentralnervöse Beeinträchtigungen (vor allem neurologische Normabweichungen, Entwicklungshemmungen, Verhaltensauffälligkeiten, intellektuelle Beeinträchtigung und Schädel- oder Hirndeformationen;
  3. ein charakteristisches Gesicht mit "Schlitzaugen", eine dünne Oberlippe, eine verlängerte und abgeflachte Gesichtsmitte (einschließlich der Oberlippenrinne).

Ein voll ausgeprägtes FAS zeigt sich natürlich nur bei Kindern schwerem mütterlichen Alkoholismus; allerdings wurden weniger gravierende Beeinträchtigungen auch bei Neugeborenen beobachtet, deren Mütter sich selbst als mäßige Trinkerinnen einstuften. Eine Untergrenze des mütterlichen Alkoholkonsums während der Schwangerschaft, die für das ungeborene Leben mit Sicherheit unschädlich ist, konnte bisher empirisch nicht ermittelt werden.

Dies bedeutet natürlich nicht, daß Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zwangsläufig zu Schäden führen muß; aber jeder werdende Mutter ist gut beraten, während dieser Zeit auf Alkohol zu verzichten. Wenn Mütter während der Schwangerschaft nicht nur Alkohol trinken, sondern zudem ihre Nahrungsaufnahme quantitativ und qualitativ vernachlässigen, potenzieren sich die Gesundheitsrisiken des ungeborenen Kindes. Dabei ist zu bedenken, daß der Alkohol selbst zusätzlich die Versorgung des Fötus mit Nahrung einschränken kann.