Für den sozialen Trinker rundet der edle Tropfen ein gutes Mahl ab. Beim Alkoholiker ist es eher umgekehrt, wobei an die Stelle des guten Mahls häufig Fast Food aus dem Schnellimbiss oder der Konservendose tritt.

Das bisschen, was ich esse, kann ich auch trinken

Ein Alkoholiker, der von seinem Arzt nach seinen Ernährungsgewohnheiten befragt wurde, antwortete seufzend: "Ach, Herr Doktor, das bisschen, was ich esse, kann ich auch trinken!"

Viele Alkoholiker, die zudem unter weiteren körperlichen Erkrankungen leiden, sind fehlernährt, und zwar

  • weil sie meist zu wenig und unausgewogen essen und
  • weil der Alkohol die Verdauung, Speicherung, Nutzung und Ausscheidung der Nahrungsmittel beeinträchtigt.

Anzeichen einer alkoholbedingt unzulänglichen Nutzung von Nahrung sind zum Beispiel eine verminderte Speicherung von Vitamin A in der Leber und eine gesteigerte Ausscheidung von Fett.

Manche Alkoholiker decken bis zu 50 Prozent ihrer täglichen Kalorienaufnahme durch Alkohol – lebenswichtige Nährstoffe werden vernachlässigt. Der Körper verwertet Alkohol zudem wesentlich schlechter als andere Nährstoffe.

Wenn ein schlecht ernährter Mensch Alkohol trinkt, ist mit einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu rechnen. Da nicht ausreichend Nahrung zugeführt wird, erschöpft sich der im Körper gespeicherte Zucker. Der Alkoholstoffwechsel hemmt die Bildung von Zucker aus anderen Komponenten wie z. B. Amonisäuren. Dies führt zu einem Energiemangel im Gehirn und anderem Körpergewebe. Selbst wenn dieser Zustand nur kurzfristig ist, können erhebliche Schäden resultieren.

Generell erhöht schlechte Ernährung die Wahrscheinlichkeit alkoholbedingter Krankheiten, zum Beispiel der Leber, des Magens und des Gehirns.