"Ich muss im früh'ren Leben a Reblaus g'wesen sein,
sonst wär' die Sehnsucht nicht so gross nach einem Wein;
drum tu den Wein ich auch nicht trinken, sondern beissen,
und hab den Roten grad so gern als wie den Weissen."
(Hans Moser)

Eine der Inkarnationen Hans Mosers

Auch Hans Mosers weinselige Vermutung, er müsse in seinem früheren Leben eine Reblaus gewesen sein, lasse ich als Entschuldigung nicht gelten, obwohl mir die Reinkarnationslehre, an die ich nicht glaube, im Grunde sehr sympathisch ist. Trotz allem, trotz Genetik und Erziehung, trotz Gesellschaft und drohendem Weltuntergang, liegt die Entscheidung für den Konsum von Rauschgiften letztlich beim Konsumenten.

Wenn dies aber zutrifft, was ist dann z. B. Alkoholismustherapie? Geht es in erster Linie darum, genetische Defekte medikamentös zu kompensieren oder frühkindliche Traumata psychotherapeutisch zu bearbeiten? Oder sollte Alkoholismustherapie eine Entscheidungshilfe sein? Sollte sie dem Alkoholiker helfen, sich für die Abstinenz zu entscheiden?

Die Vertreter der genetischen Position werden vielleicht behaupten, der Alkoholiker sei aufgrund eines genetischen Defekts gar nicht in der Lage, sich in dieser Frage frei zu entscheiden. Die Protagonisten einer psychischen Verursachung werden ihm aus entsprechenden Gründe die

Fähigkeit zur freien Entscheidung absprechen. Doch diese Theorien werden tagtäglich massenhaft widerlegt... durch die große Zahl der Selbstheiler nämlich, die ihre Sucht ohne professionelle Hilfe aus eigener Kraft und Entscheidung überwinden – ganz unabhängig davon, wie sie sich nach den gängigen medizinischen, psychologischen, soziologischen oder sonstigen Theorien eigentlich verhalten müssten.