Man
kann den Alkoholismus auch überwinden, ohne seine Ursachen zu kennen.
Mitunter ist die Suche nach Gründen in Wirklichkeit eine verkappte
Suche nach Ausreden und Entschuldigungen. Da hilft nur eins: Aufhören.
Grübeln macht durstig
Nicht nur die potentielle biologische Grundlage, das gesamte
Spektrum mutmaßlicher Ursachen des Alkoholismus ist Gegenstand heftiger
wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Zum Glück muss kein Alkoholiker
darauf warten, bis sich die Experten auf eine gemeinsame Theorie der Ursachen
des Alkoholismus geeinigt haben.
Schließlich kann man diese Krankheit auch überwinden, ohne
ihre Ursachen zu kennen. Trotzdem ist die Ursachenforschung natürlich
wichtig. Sie dient vor allem als Orientierung für die Entwicklung neuer
Präventionsprogramme und Therapiemethoden.
Ursachenforschung kann allerdings auch auf Abwege führen:
Patient zum Psychoanalytiker: "Nun bin ich schon seit
zehn Jahren bei Ihnen in der Analyse und saufe immer noch."
Analytiker: "Sind Sie mit der Behandlung unzufrieden?"
Patient: "Beileibe nicht! Schließlich weiß ich jetzt,
warum ich saufe!"