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Das hab ich vom Papa gelernt. Trotz Generationenkonflikt sind ältere Menschen immer noch Vorbilder für die jungen. Sie sind dies umso mehr, je größer ihr Prestige ist. Doch wenn Politiker eine Fahne schwenken, dann ist die nicht unbedingt das Banner ihrer Partei...
Und da wir gerade beim Thema "Alter" sind: Alter schützt vor Torheit nicht! Ältere Menschen werden genauso häufig wegen alkoholbedingter Komplikationen hospitalisiert wie wegen einer Herzattacke. Eine amerikanische Studie zeigte, daß 14 Prozent der älteren Patienten, die in eine Intensivstation aufgenommen wurden, aktive Alkoholiker waren. Dabei richtet der Alkohol bei älteren Menschen weitaus größere körperliche Schäden an als bei jungen. Die Menschen in der Alkoholwerbung sind allerdings meistens jung. Wenn einmal ältere Menschen auftreten, dann handelt es sich in der Regel um graumelierte Herren, die junge Menschen - meist junge Männer, die ihre Söhne sein könnten - zum Alkoholtrinken zu verführen.
Die Alkoholwerbung nutzt hier einen sehr effektiven Lernprozess, nämlich das Modell-Lernen. Je positiver das Verhaltensmodell bewertet wird, desto bereitwilliger wird es nachgeahmt, desto größer ist der Lernerfolg. Auch in Zeiten mit verschärftem Generationenkonflikt werden die eigenen Eltern (bzw. Elternfiguren) von den meisten Menschen im Grunde positiv bewertet, und sogar bei vielen feministisch orientierte Frauen besitzen Vaterfiguren, trotz anders lautender Bekundungen, große Autorität.
Natürlich machen sich auch Politiker diese psychologische Gesetzmäßigkeit zunutze und strahlen väterliche Autorität aus. Mitunter werden sie dadurch allerdings zu schlechten Vorbildern. Wenn Politiker eine Fahne schwenken, so ist dies bekanntlich häufig nicht das Banner ihrer Partei. Als die Grünen zum erstenmal in den Bundestag einzogen, zeigten sie sich über den Alkoholkonsum ihrer Parlamentskollegen schockiert. Heute haben sie sich offenbar daran gewöhnt. Anfang 1997 wurde ein bekannter Berliner CDU-Politiker mit ca. 2 Promille am Steuer erwischt. Er hatte Glück, dass er seinen Wagen stehen lassen musste. Liegt nämlich der Blutalkoholspiegel über 1,5 Promille, so ist das Risiko eines tödlichen Unfalls - im Vergleich zu einem nüchternen Fahrer - schätzungsweise 380 mal höher.
Auf jeden Fall darf man sich nicht wundern, wenn Jugendliche alkoholisiert Auto fahren, da ihnen die Erwachsenengeneration dies ungeniert vorlebt. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines alkoholbedingten Unfalls bei jungen Leuten wesentlich größer als bei älteren Menschen, dies gilt vor allem für niedrige bis mittlere Blutalkoholspiegel. Nach Erkenntnissen der Polizei sind die 18-24jährigen die Hauptrisikogruppe bei Unfällen im Straßenverkehr, die durch Trunkenheit verursacht wurden. Die Polizei richtet bei Alkoholkontrollen ihr Augenmerk bevorzugt auf das Umfeld von Diskotheken. Das alkoholisierte Jugendliche ein höheres Unfallrisiko aufweisen als Erwachsene, ist kaum erstaunlich: Sie haben, neben dem sprichwörtlichen jugendlichen Leichtsinn, weniger Erfahrung - erstens mit dem Alkohol und zweitens mit dem Autofahren.
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