Aus
psychoanalytischer Sicht kann die Borderline-Persönlichkeitsstörung
als Leitsyndrom der meisten schweren Persönlichkeitsstörungen
betrachtet werden. Diesen Persönlichkeitsstörungen ist eine
fundamentale Störung des Selbstwerterlebens gemeinsam.
Das Grundmuster des Verhaltens und Erlebens, das für "Borderline-Persönlichkeiten" kennzeichnend ist, findet sich auch - mit unterschiedlichen Akzenten - bei vielen anderen Persönlichkeitsstörungen, die gemäß den internationalen diagnostischen Systemen ICD-10 und DSM-IV nicht als Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgefasst werden - z. B. die Narzisstische Persönlichkeitsstörung und diverse Formen von Suchterkrankungen.
Der "Motor" dieser Störungen ist ein unkontrollierbares Schwanken zwischen Überwertigkeits- und Minderwertigkeitsgefühlen; die Formen der Abwehr entscheiden dann über das Gepräge der Störung und begründen die jeweilige Diagnose.
Meine Auseinandersetzung mit dem Begriff (der Theorie) der Borderline-Persönlichkeitsstörung
gliedert sich in drei Teile:
Aus den Gedanken dieser drei Texte werden die folgenden Überlegungen zu den Zielen und Methoden der Psychotherapie von Borderline-Persönlichkeitsstörungen systematisch abgeleitet.