Aus psychoanalytischer Sicht kann die Borderline-Persönlichkeitsstörung als Leitsyndrom der meisten schweren Persönlichkeitsstörungen betrachtet werden. Diesen Persönlichkeitsstörungen ist eine fundamentale Störung des Selbstwerterlebens gemeinsam.

Das Grundmuster des Verhaltens und Erlebens, das für "Borderline-Persönlichkeiten" kennzeichnend ist, findet sich auch - mit unterschiedlichen Akzenten - bei vielen anderen Persönlichkeitsstörungen, die gemäß den internationalen diagnostischen Systemen ICD-10 und DSM-IV nicht als Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgefasst werden - z. B. die Narzisstische Persönlichkeitsstörung und diverse Formen von Suchterkrankungen.

ICD = International Classification of Diseases
DSM = Diagnostic and Statistic Manual

Der "Motor" dieser Störungen ist ein unkontrollierbares Schwanken zwischen Überwertigkeits- und Minderwertigkeitsgefühlen; die Formen der Abwehr entscheiden dann über das Gepräge der Störung und begründen die jeweilige Diagnose.

Meine Auseinandersetzung mit dem Begriff (der Theorie) der Borderline-Persönlichkeitsstörung gliedert sich in drei Teile:

  1. Teil1: Frühe Störungen, Verwendungsformen des Borderline-Begriffs, Borderline als Leitsyndrom
  2. Teil 2: Störung der Selbst- und Fremdbilder, psychogene Kriminalität, Missbrauch von Drogen und Alkohol,
  3. Teil 3: Psychotische Episoden, dissoziative Tendenzen

Aus den Gedanken dieser drei Texte werden die folgenden Überlegungen zu den Zielen und Methoden der Psychotherapie von Borderline-Persönlichkeitsstörungen systematisch abgeleitet.

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