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Die Ziele einer Psychotherapie sind immer individuell. Trotz vieler Gemeinsamkeiten eines bestimmten Störungstyps verbieten die Besonderheiten der Persönlichkeiten und ihrer Lebensbedingungen ein standardisiertes Vorgehen. Die hier beschriebenen Ziele sind also als Orientierungen zu verstehen, die in jedem Einzelfall konkretisiert und angepasst werden müssen.
Hinter dem Begriff der "schweren Persönlichkeitsstörung" verbirgt sich eine Fülle zum Teil recht unterschiedlicher Krankheitsbilder. Damit muss notwendig eine große Zahl spezifischer Therapieziele verbunden sein. Überdies ergeben sich die Therapieziele nicht nur aus dem Störungsbild bzw. der Rekonstruktion des Störungsbildes im Sinne einer bestimmten psychotherapeutischen Schule, sondern auch aus den Besonderheiten der erkrankten Persönlichkeit. Daraus folgt, dass eine Konkretisierung der Therapieziele immer nur im Einzelfall möglich ist und keineswegs auf der konzeptionellen Ebene festgeschrieben werden kann.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass auf der konzeptionellen Ebene keine Aussagen über Therapieziele möglich wären. Diese Aussagen beziehen sich dann jedoch auf Schemata oder Grundmuster von Zielen, die zwar allen oder einer großen Zahl von Behandlungen zugrunde liegen, aber niemals in abstrakter Form realisiert werden, sondern immer nur in einer individuellen Konkretisierung. Die Ziel-Schemata sind also im Grunde nicht mehr und nicht weniger als der operationale Teil der Behandlungstheorie und als solche ein Moment der dialektischen Beziehung von Theorie und Praxis.
Es versteht sich von selbst, dass die Praxis in einer wissenschaftlich begründeten Psychotherapie theoriegeleitet sein, ebenso wie die Theorie immer wieder durch die Praxis korrigiert werden muss. Einen Angelpunkt in diesem Wechselspiel von Theorie und Praxis spielen die Ziel- sowie die später zu thematisierenden Mittel-Schemata.
Wie anschließend bei der Diskussion vom Mittel-Schemata noch genauer erläutert werden soll, schlagen wir für schwer persönlichkeitsgestörte Patienten eine Fokalbehandlung[33] vor, wobei die folgenden Therapie-Ziele auch als thematischer Rahmen der individuell zu spezifizierenden Brennpunkte interpretiert werden können.
[33] vgl. z.B. Streeck, Ulrich: Klinische Psychotherapie als Fokalbehandlung, in: Zeitschrift für psychosomatische Medizin, 37,3-13, 1991
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