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Schwerste Persönlichkeitsstörungen sollten am besten stationär behandelt werden - vor allem, wenn sie mit Suchterk rankungen (Drogenabhängigkeit, Alkoholismus, Spielsucht etc.) verbunden sind. Therapeutische Gemeinschaften bieten eine herausfordernde, zugleich aber auch klar strukturierte Umwelt, in der die Folgen des Dominierens primitiver Abwehrmechanismen deutlich gemacht und Abwehr-Strategien korrigiert werden können.
Die folgenden Beiträge setzen sich mit den Methoden und dem Setting (den therapeutischen Rahmenbedingungen) einer psychoanalytisch orientierten, stationären Therapie von Menschen mit Borderline-Syndrom (Borderline-Persönlichkeitsstörung) bzw. anderen schweren Persönlichkeitsstörungen (Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Soziopathie, Psychopatie, antisoziale Persönlichkeitsstörung) auseinander.
Bei vorliegendem Text handelt es sich ein ein Behandlungskonzept für suchtkranke Borderline-Persönlichkeiten, das ich 1993 für einen Träger Therapeutischer Gemeinschaften zur Rehabilitation Abhängigkeitskranker verfasste. Die Hauptzielgruppe, auf die sich dieses Konzept bezog, waren Alkoholiker und Drogenabhängige, die überwiegend mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, die aus der sozialen Unterschicht stammten und die zu einem erheblichen Teil vor der Alternative "Therapie oder Strafe" (lies: Knast") standen
Aus diesem Grunde bildet das Setting der Therapeutischen Gemeinschaft den Dreh- und Angelpunkt dieses Konzepts und daher schreitet der Abschnitt über die Fokaltherapie in der Therapeutischen Gemeinschaft auch allen anderen psychotherapeutischen Erwägungen voran.
Behandlungskonzepte für andere Zielgruppen müssen selbstverständlich anders akzentuiert werden. Und selbst für die ursprünglichen Zielgruppen ist aus heutiger Sicht das vorliegende Konzept keineswegs das beste oder gar das einzig sinnvolle.
Therapeutische Gemeinschaften können ein wertvolles Lernfeld zur Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls, zur Einübung demokratischer und zur Reflexion sowie Korrektur gemeinschaftlicher Verhaltensweisen sein. Nur leider wurden Therapeutische Gemeinschaften nur zu oft missbraucht, indem sie Gruppendruck zur Durchsetzung von fragwürdigen Therapeutenzielen instrumentalisierten. Dies ist besonders fatal, weil der Gruppendruck die wahren Urheber des Missbrauchs unsichtbar macht. Dadurch entsteht eine besonders effektive Form des als Hilfe getarnten Machtmissbrauchs, die Therapeuten mit "Helfersyndrom" anzog, also Psycho-Experten, die andere unter ihrem destruktiven Narzissmus leiden ließen.
Dies war mir schon 1993 bewusst - und mit meinen Andeutungen dieser Missstände im Text (vor allem in den Fußnoten) habe ich mir natürlich keine Freunde unter diesen Therapeuten gemacht. Entsprechend der ursprünglichen Idee ihrer Begründer sollten Therapeutische Gemeinschaften eigentlich das Machtgefälle zwischen Therapeuten und Kliniken auf der einen sowie Patienten auf der anderen Seite abbauen. Nur leider gelangt und gelingt es narzisstisch gestörten Psychotherapeuten immer wieder, diese ursprüngliche, menschenfreundliche Idee zu pervertieren.
Beratung für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren Angehörige via eMail oder Telefon
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