Die Ergebnisse der PISA-Studie sprechen eine eindeutige Sprache. Deutsche Schüler sind schlecht im internationalen Vergleich. Viele haben nie das Lernen gelernt. Deutsche Bildungspolitiker wären gut beraten, sich mit Feuersteins Methoden auseinander zu setzen.

Deutschlands Schulen - im internationalen Vergleich nur drittklassig

Unter den gegebenen Bedingungen haben Programme zur Intelligenzsteigerung wie das Feuerstein-Training und verwandte Systeme sicherlich die besten Entwicklungsmöglichkeiten, wenn sie vom Staat gefördert bzw. finanziert werden. Und dies nicht nur, weil wenn sie sich überwiegend an Kinder aus einkommensschwachen Schichten richten. Die Überzeugung, dass Intelligenz lernbar ist, muss von einflussreichen Politikern, die für das Bildungssystem verantwortlich sind, offensiv vertreten werden. Angesichts der PISA-Studie hätten deutsche Bildungspolitiker Grund genug, sich für Feuersteins Training stark zu machen.

Ein gutes Beispiel für diesen Zusammenhang ist Venezuela. Als Anfang der achtziger Jahre der damalige "Minister für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz", Luis Machado ein umfassendes Förderprogramm für alle interessierten Venezueler startete, erklärte er seinen Plan mit den Worten: "Ich habe die Welt bereist auf der Suche nach Methoden, meine geistigen Fähigkeiten zu verbessern. Wenn diese Methoden bei mir selbst funktionieren, so dachte ich, warum sollten sie dann nicht auch der Menschheit helfen. Nach meiner Überzeugung hat jeder das Recht, intelligent zu sein. Intelligenz kann gelehrt werden. Daher hat jede Regierung die Pflicht, den Bürgern Programme zur Intelligenzförderung zugänglich zu machen."

Auf Initiative Machados entstanden zahllose Projekte zur Intelligenzförderung, die alle relevanten gesellschaftlichen Institutionen einbezogen: Krankenhäuser, Schulen, Fernseh- und Rundfunksender, Zeitungen und Zeitschriften, Gewerkschaften, die Armee und ähnliche Multiplikatoren. Unter anderem wurden Instrumental-Enrichtment-Programme nach Feuerstein gestartet.

Auch in den USA, wo Feuerstein-Programme in einigen Bundesstaaten laufen, können diese dank staatlicher Förderung zu sehr niedrigen Gebühren angeboten werden.

Trotz des großen Einflusses jener Theoretiker, die Intelligenz überwiegend für angeboren und für eine statische Eigenschaft halten, zeigen sich also in den Vereinigten Staaten Ansätze zum Umdenken, die sicherlich in nicht unerheblichem Maße dem Einfluss Feuersteins auf politisch Verantwortliche zu verdanken sind. So ist es heute in Kalifornien zum Beispiel nicht mehr möglich, schwarze Schüler allein wegen ihres niedrigen Intelligenzquotienten in Sonderschulen zu versetzen.