Der ungarische Arzt András Petö (1893-1987) entwickelte ein richtungsweisendes System zur Behandlung zerebraler Bewegungsstörungen: die Konduktive Förderung. Es beruht auf der Erkenntnis, dass Sprache und Verhalten bzw. Bewegung psychobiologisch sehr eng zusammenhängen. Die Konduktive Förderung eignet sich zur Behandlung von infantilen zerebralen Bewegungsstörungen, der Spina Bifida, des Parkinson-Syndroms, der Multiplen Sklerose sowie des Zustands nach Schlaganfall.

Noch vor zwanzig Jahren war András Petö in Deutschland weitgehend unbekannt - auch in medizinischen und pädagogischen Fachkreisen.

Heute symbolisiert sein Name die Hoffnung vieler Menschen, die bzw. deren Kinder unter "zentralnervös bedingten" Bewegungsstörungen leiden.

"Zentralnervös bedingt" bedeutet, dass die Störungen durch Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks, also des Zentralnervensystems (ZNS) hervorgerufen wurden.

Begriffserklärung: Zentralnervensystem (ZNS)

Es werden drei Hauptformen der infantilen zerebralen Bewegungsstörungen unterschieden:

  • Spastik bedeutet Neigung zur Verkrampfung der Muskulatur bei der Bewegung.
  • Unter Athetose versteht man unwillkürliche und unkontrollierte Bewegungen.
  • Als Ataxie werden Gleichgewichtsstörungen, meist mit Beeinträchtigung der Tiefenwahrnehmung bezeichnet.

Darüber hinaus eignen sich auch Kinder mit Spina Bifida für eine Konduktive Förderung. Dabei handelt es sich um eine Schädigung des Rückenmarks, die eine Lähmung unterhalb der geschädigten Stelle hervorruft.

Bei den Erwachsenen sprechen besonders das Parkinson-Syndrom (Schüttellähmung), die Multiple Sklerose sowie der Zustand nach Schlaganfall auf die Konduktive Förderung an.

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Zur Einleitung und zum Inhaltsverzeichnis


Die ursprüngliche Fassung dieses Textes schrieb ich für einen Träger von Krankenhäusern sowie Einrichtungen für Suchtkranke und Behinderte..