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Die Konduktive Förderung ist eine Form der Behandlung zentralnervös bedingter Bewegungsstörungen. Sie sind also die Folge von Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks.
Noch vor zehn Jahren war András Petö in Deutschland weitgehend unbekannt - auch in medizinischen und pädagogischen Fachkreisen. Heute symbolisiert sein Name die Hoffnung vieler Menschen, die bzw. deren Kinder unter "zentralnervös bedingten" Bewegungsstörungen leiden.
"Zentralnervös bedingt" bedeutet, dass die Störungen durch Schädigungen des Gehirns oder des Rückenmarks, also des Zentralnervensystems (ZNS) hervorgerufen wurden. Auch von deutschen Experten wird Petös System konduktiver Förderung nun zur Kenntnis genommen. Eine wachsende Zahl von Fachleuten beurteilt es positiv, praktiziert es sogar.
Die folgende Einleitung will die Grundgedanken vermitteln, die aus meiner Sicht zum Verständnis der Konduktiven Förderung nach Petö erforderlich sind.
Im Anschluss an die Einleitung werde ich zunächst eine kurze Skizze der Biographie Petös zeichnen. Dabei leitet mich die Hoffnung, dass die Lebensgeschichte des Schöpfers zum Verständnis seines Werks beiträgt. Danach werde ich die wesentlichen Elemente der Konduktiven Förderung beschreiben und versuchen, deren Sinnzusammenhang zu klären.
Erschwert wird dieser Versuch durch die Tatsache, dass Petö selbst keine umfassende Theorie der Konduktiven Förderung ausgearbeitet hat. Diese wollte er erst veröffentlichen, "wenn er den Gesamtkomplex erfasst habe, da einzelne Abschnitte dem Ganzen nicht gerecht werden könnten." (Weber 1998a) Petö starb jedoch 1967 im Alter von 73 Jahren, ohne eine entsprechende Schrift zu hinterlassen.
Hatte er auch im hohen Alter den "Gesamtkomplex" noch nicht ergründet oder hielten ihn andere Gründe von der theoretischen Untermauerung seines Systems ab? In der Literatur finden sich nur Spekulationen zu dieser Frage. Fakt ist, dass auch heute, über zwanzig Jahre nach Petös Tod, die Wissenschaft die Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Förderung bewegungsbeeinträchtigter Menschen längst noch nicht ausgelotet hat.
Grundideen der Konduktiven Förderung
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