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Zur Aktualisierung fehlt mir im Augenblick leider die Zeit.
Ulrich Gresch
Recherchen in der großen medizinischen Datenbank MEDLINE erbrachten nur eine kleine Zahl von empirischen Studien zur Konduktiven Förderung. Die Ergebnisse sind uneinheitlich, zudem sind die Untersuchungen in der Regel methodisch nicht einwandfrei. Ein von Weber und Rochel 1992 vorgelegter Forschungsbericht über ein Modellprojekt zur Konduktiven Förderung, das im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung realisiert wurde, besitzt aufgrund der kleinen Patientenzahl und des Fehlens von Kontrollgruppen ebenfalls nur sehr geringe Aussagekraft.
Das ungarische Petö-Institut berichtet zwar beachtliche Erfolgsquoten. Da die entsprechenden Studien jedoch von dieser Einrichtung selbst, nicht aber von einem unabhängigen Forschungsinstitut verwirklicht wurden, können diese Ergebnisse nicht als eindeutiger empirischer Beweis für die Wirksamkeit der Konduktiven Förderung gewertet werden.
Hinsichtlich der Konduktiven Förderung muss also ein gravierendes Forschungsdefizit festgestellt werden. Ein Modellprojekt am Münchener Kinderzentrum, das die Konduktive Förderung mit der Methode Vojtas vergleicht, wurde nach meinen Informationen unlängst abgeschlossen; die Ergebnisse wurden jedoch noch nicht publiziert. Man darf auf die Resultate gespannt sein, zumal es sich hier um eine Untersuchung handelt, die den heute üblichen methodischen Standards genügt.
Dem Hamburger Hochschullehrer für Behindertenpädagogik, Karl Kallenbach ist zuzustimmen, dass sich die Konduktive Förderung in Deutschland ohne empirische Beweise ihrer Effizienz nicht durchsetzen wird. Ohne entsprechende Forschungen hat sie vermutlich auch keine Chance, von den Krankenkassen anerkannt zu werden. Methodisch saubere, wissenschaftlich fundierte Erfolgskontrollen erfordern allerdings Zeit. Die betroffenen Menschen bzw. deren Eltern haben nun aber keine Zeit zuzuschauen, wie die Mühlen der Wissenschaft langsam mahlen. Generell gilt ja, dass die Förderung zentral bewegungsbeeinträchtigter Menschen möglichst frühzeitig einsetzen sollte - bei Kinder am besten noch im ersten Lebensjahr, bei Erwachsenen, zum Beispiel nach einem Hirnschlag, sobald sie Konduktiver Förderung zugänglich sind.
Es wäre in diesem Dilemma zu wünschen, dass sich die Krankenkassen angesichts der überaus positiven praktischen Erfahrungen auch ohne hieb- und stichfeste wissenschaftliche Absicherung bereit finden würden, die Kosten für eine qualifizierte Konduktive Förderung zu übernehmen. Es geht hier ja nicht nur um eine medizinische, sondern auch um eine wirtschaftliche Risikoabwägung. Wenn heute ein Betroffener infolge fehlender Kostenübernahme durch eine Krankenkasse nicht angemessen konduktiv gefördert wird, so verursacht er in Zukunft womöglich erheblich höhere Kosten.
Grundideen der Konduktiven Förderung
András Petö
Zielgruppen der Konduktiven Förderung
Ziele der Konduktiven Förderung
Zentrale Methoden der Konduktiven
Förderung
Die Konduktorinnen
Pädagogik und Medizin
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Fazit
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